Wie ist die Piano Tastatur erhalten?

Bei alten Pianos ist der Tastaturbelag der weißen Tasten bis ca. 1910 zumeist aus Elfenbein. Die schwarzen Tastenaufsätze oft aus Ebenholz. Nur wenigen ist bekannt, dass in der Blütezeit des Klavierbaus um 1900 jährlich schätzungsweise über 50.000 Elefanten wegen des Elfenbeins für Klavier- und Flügeltastaturen erlegt wurden. Dies wurde in den 1910er Jahren in Europa verboten.

Nicht nur aus legalem Handel wurde weiterhin Elfenbein genutzt – und die Hersteller hatten erhebliche Bestände, die noch bis in die 1970er Jahre vereinzelt eingesetzt wurden. In den letzten Jahren wurde der Handel mit Elfenbein in verarbeiteter Form weiter eingeschränkt. Es variieren die Ein- und Ausfuhrbedingungen der verschiedenen Länder, sodass es wichtig ist, sich mit den jeweiligen gesetzlichen Regelungen (u.a. CITES) vertraut zu machen. Elfenbein ist sehr robust und Beschädigungen oder Abnutzungen und Verfärbungen können professionell behoben werden. 

Klaviaturen v.a. durchschnittlicher Hersteller hatten damals neuartige Kunststoffe wie Elfenit, Argolit oder Clavoid (alles Markennamen damaliger Hersteller) verwendet, die angeblich langlebiger sein sollten als Elfenbein. Ganz im Gegenteil – nach wenigen Jahren sind diese zumeist ausgetrocknet und es bildeten sich Risse, Ablösungen sowie starke Verfärbungen (siehe Beispielphoto). Solche Tastaturen lassen sich nicht richtig reinigen und müssen zumeist mit viel Stundeneinsatz neue Beläge erhalten.