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Gibt es ein Bio Klavier?

Ja. Echt jetzt? Zumindest in der Werbung. Es gibt heute Klavier-Hersteller, die mit ‚Bio-Klavierbau’ auf der Internetseite werben. Oder Klavierhersteller, die mit einem besonders hohen Anteil an Handarbeit werben. Also schauen wir uns das mal etwas genauer an. 

Uns ist keine wissenschaftliche Arbeit zu diese Thema bekannt – falls es Diplomanden, Doktoranden oder Autodidakten gibt, die sich diesem Thema annehmen wollen – bitte melden, wir unterstützen das gern!

Was Bio ist, ist -wie alles- Definitionssache. Ursprünglich meinte es, dass keine künstlichen Stoffe in der Produktion verwendet werden oder in das Produkt einfließen. Also nur Materialien, die es so in der Natur gibt und Werkzeuge sowie Produktionsmethoden, mittels Stoffen, die so in der Natur vorkommen. Vermutlich wurde nicht mal das erste Pianoforte Ende des 17. Jahrhunderts nach dieser Bio Definition hergestellt.

Was in einem heutigen Piano kommt denn genau so in der Natur vor, wie es im Piano verbaut wird? So ziemlich nichts. Alle Stoffe, auch Holz, werden besonders angebaut, behandelt und bearbeitet, bevor sie im Piano eingesetzt werden. Je höher der Industrialisierungsgrad der Produktion -und das gilt wohl für mehr als 95% der weltweiten Produktion- desto höher die Bearbeitungstiefe.

In der EG-Öko-Basisverordnung Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 heißt es: „(…) Kriterien für bestimmte Erzeugnisse und Stoffe bei der Verarbeitung: (…) müssen die in (…) Erzeugnisse und Stoffe in der Natur vorkommen und dürfen nur mechanischen, physikalischen, biologischen, enzymatischen oder mikrobiologischen Prozessen unterzogen worden sein, (…)“. Das beschreibt schon eher das verbreitete Verständnis von Bio. Kurios ist der Zusatz im gleichen Absatz: „(…) außer wenn die betreffenden Erzeugnisse und Stoffe aus solchen Quellen nicht in ausreichender Menge oder Qualität auf dem Markt erhältlich sind.(…)“, Quelle: https://www.bmel.de. Damit ist natürlich die Tür offen für allerlei Ausnahmen.

Bio kann dann bei Klavieren ja nur heißen, so biologisch wie sinnvoll möglich.  Sinnvoll ist wieder Ansichts- und Definitionssache. Heißt, es sollten so wenig Energie und Rohstoffe wie möglich für das Produkt und die Produktion eingesetzt werden, die Rohstoffe sollten möglichst maximal natürlich nachwachsende Rohstoffe sein und weitestgehend umweltschonend bearbeitet werden. Zudem sollten die Pianos möglichst lange, energiesparend und emissionsfrei eingesetzt werden. Es sollte keine Wegwerfprodukte sein, d.h. sie sollten möglichst gut immer wieder renoviert werden können. Zu guter Letzt, sollten die eingesetzten Stoffe möglichst nachhaltig recyclebar sein, wenn es absolut keinen anderen Einsatz mehr für das Piano gibt.

Damit fallen nach unserer Einschätzung nahezu alle neuen industriell gefertigten Pianos unter diesen biologischen Aspekten durch.

Wie bei fast allen Anschaffungen, gilt aus ökologischer Sicht die einfache Regel:

  • Verzicht kann besser sein als Verbrauch
  • Gebrauchtes wieder verwenden kann besser sein als Neuanschaffung
  • Teilen und weiter geben kann besser sein als vielfacher Individualbesitz
  • Nachhaltig nutzen ist besser als Verschwendung
  • Natürlich renovieren ist meistens besser als die Energie-/Chemiekeule
  • Ökologisch entsorgen ist besser als Verbrennen

Gleichwohl gehört zum Leben auch Lebensfreude – und da gehört Musik inkl. Klavierspielen dazu. Etwas besser zu machen, ist besser als gar nichts besser zu machen. Und ja, auch dieser Internetbeitrag, dessen Speicherung auf Servern und die Anzeige an Endgeräten schadet der Umwelt. Solange der mögliche positive Beitrag deutlich höher ist, und keine bessere Lösung in Sicht, erscheint es sinnvoll.

Ein Beispiel in Sachen natürlicher Renovierung unter vielen: Wir favorisieren Schellackpolituren, denn dieser Naturstoff, dessen energie- und chemiegeringe Verarbeitung, dessen geringe Emission und auch Entsorgbarkeit ist so viel besser als die weit verbreitet eingesetzten Kunstlacke, v.a. als Polyester. Mal ganz abgesehen von der Authentizität für alte Instrumente und der einmaligen Schönheit einer handpolierten Schellackoberfläche. 

Wir sind in unserem Tun der letzten Jahrzehnte auch durch viele Lernkurven gegangen und noch lange nicht so ökologisch, wie wir es anstreben zu werden. Schritt für Schritt bewegen wir uns in die richtige Richtung. Keine Neuinstrumente, nur hochwertige Qualitätsinstrumente, umsichtige Transporte und Lagerung, möglichst natürliche Renovierungen, wenn entsorgen- dann richtige Piano-Entsorgung, u.v.m.. Das Lernen hört nicht auf.

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